Problem MPU
Wie die meisten anderen Lebensbereiche auch, so ist natürlich der Komplex "Straßenverkehr", "Erwerb, Entzug und Wiedererteilung der Fahrerlaubnis" bis ins Detail reguliert und durch Gesetze, Verordnungen und Richtlinien zementiert.
Sind Sie als Betroffener erstmals in diesem - für den Außenstehenden - undurchschaubarem MPU-Geflecht gefangen, so ist die Chance groß, dass Sie sich hierin hoffnungslos verlaufen und Sie ohne Hilfe durch Dritte die Orientierung verlieren werden.
Die "Keule", welche die Fahrerlaubnisbehörde schwingt, nennt sich "Fahreignungszweifel", es wird die MPU angeordnet. Sie ist eine deutsche Spezialität gegen die es - fatalerweise - auch keine Rechtsmittel gibt, so dass Ihnen der Anwalt hierin nicht wirklich weiterhelfen kann.
Die MPU als Chance
Die MPU bietet dem Probanden die Chance, die Behörde nach einer gewissen Zeit der innerlichen Umorientierung, vom (Wieder-) Erwerb der Eignung zu überzeugen. Keineswegs ist die MPU eine zweite Strafe! Die MPU will nicht bestrafen, sondern die (wieder-) erlangte Eignung feststellen. Wird die Eignung festgestellt, kann der Proband wieder seinen Führerschein erwerben bzw. zurückerhalten. Kann die Eignung nicht festgestellt werden, so hat sich der Proband nicht (genügend) gewandelt. Gewissermaßen bestraft ihn die MPU für den Nichtvollzug einer notwendigen Wandlung, keineswegs aber für eine vorangegangene Auffälligkeit, für die der Proband ja auf andere Weise bereits bestraft wurde.
Gut Ding will Weile haben
Die Psychologie geht von Mindestzeiträumen aus, die für eine nachhaltige und dauerhafte Wesensänderung notwendig sind. Unter Inanspruchnahme professioneller Hilfe ließe sich der Zeitrahmen verkürzen. Nur der psychologische Profi kann hier kompetent wirken. Vielfach schicken Profis anderer Disziplinen - oder Laien - die Leute auf den falschen Weg, z.B. den Rechtsweg. Hat ein Gutachter ein negatives Gutachten erstellt, weil Ihre Eignung nicht ausreicht, gibt es i.d.R. keine juristische Möglichkeit, Ihre Eignung auf dem Rechtsweg herzustellen. Das sollten Sie bedenken! Es gibt Anwälte, die empfehlen ihren Klienten den zuständigen psychologischen Weg, verzichten dabei sogar auf eigenen Umsatz, gewinnen oder stärken aber so das Vertrauen ihrer Mandanten in die Person und die Kompetenz ihres juristischen Beraters.